Karriere-Briefing

5 Kernsätze zu Körpersprache, Blickkontakt, Statussymbolen,  Raum- und Sitzordnung in Bewerbungsgesprächen.

Mai Spezial von Dipl. Psych. Ute Küster, Absolventenmanagement TOP CAD

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„Ich sehe was, was Du nicht siehst“

Körpersprache, Blickkontakt und Statussymbole,
Raum- und Sitzordnung in Bewerbungsgesprächen

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, der berühmte Satz des Philosophen und Psychotherapeuten Paul Watzlawick charakterisiert dieses Thema, denn wenn Menschen zusammenkommen, reden sie, selbst wenn sie nicht sprechen. Mimik, Gestik, Haltung geben ebenso Signale, wie Nähe und Distanz, Kleidung und Umgebung. 95% des ersten Eindrucks von einem Menschen werden von nonverbalen (nichtsprachlichen) Signalen bestimmt und nur 5 % von dem, was jemand sagt.

Wir nennen Ihnen 5 Kernsätze zum Thema:

1.) Körpersprache im Bewerbungsgespräch

Kernsatz 1
Prüfen Sie, wie Sie im Erstkontakt wirken. Nicht wie Sie wirken wollen. sondern wie Sie wahrgenommen werden ist entscheidend.

Stehen Sie bei der Begrüßung eher zusammengesunken und Ihre Schultern hängen oder wirken Sie aufrecht und leicht angespannt? Rudern Sie mit den Armen, wenn Sie sprechen oder unterstreichen Ihre Handbewegungen die Aussagen, die Sie machen?

Lächeln Sie bei der Begrüßung und halten Blickkontakt oder schauen Sie nach unten oder starren Ihr Gegenüber an, so wie ein/e Pokerspieler/in

2.) Blickkontakt im Erstkontakt

Kernsatz 2
Halten Sie den Blickkontakt max. 3 sec. (Zeichen für einen selbstsicheren Blick) und lächeln Sie, denn das signalisiert Offenheit.

Sie kommen Sich lächerlich vor, wenn Sie lächeln sollen? Dann wissen Sie bestimmt nicht, dass Ihr Gesicht 43 mimische Muskeln hat und dass Sie 50 verschiedene Arten des Lächelns besitzen. Sie sind somit bestens ausgerüstet für einen freundlichen Erstkontakt.

3.) Statussymbole im Bewerbungsgespräch

Kernsatz 3
Achten Sie auf Kleidung, Schmuck inkl. Brille, Auto und auch Jobtitel.
Dies ist eine Übergangsempfehlung.

Noch sind diese Symbole in Deutschland Kriterien für Bewertungen. Sie unterliegen aber bereits einem Trendwandel. Bisher galt, wer ein teures Auto fährt, Markenkleidung trägt und ausgesuchten echten Schmuck und/ oder Designer/innen-Uhr und -Brille trägt, gilt als erfolgreich. Dieser Old Luxury wandelt sich in New Luxury und dazu gehören Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und gezieltes Understatement. Sehen Sie sich Fotos von Mark Zuckerberg und Bill Gates an. Sie bestätigen diesen Trend.

Eine Ausnahme sind Jobtitel. Sie informieren über die akademische und/oder berufliche Qualifikation eines Bewerbers/einer Bewerberin. Ein/e Dipl. Ing. hat studiert. Ein/e CEO ist Geschäftsführer/in. Jobtitel sind im Verlauf eines Bewerbungsgespräches immer nutzbar, wenn sie realistisch sind.

Wir empfehlen Ihnen:
Bei Xing oder LinkedIn erfahren Sie die Qualifikationen Ihrer Gesprächspartner/innen. Beachten Sie die dort genannten Titel und Jobtitel, denn ein/e Gesprächspartner/in, der/die vor 18 Jahren in einer Firma als Techniker/in begonnen hat und jetzt Technical Manager/in Europa und Übersee ist, ist in jedem Fall ein/e anspruchsvolle/r Gesprächspartner/in.

4.) Der Raum für das Bewerbungsgespräch

Kernsatz 4
Räume beeinflussen Ihre Stimmung.

Ob in der Sitzecke eines Büros, im Konferenzraum oder in einem gemütlichen Meeting Point, Räume geben Ihnen Informationen über Ihre Gesprächspartner/innen. Gibt es Bilder oder Fotos, Sessel, in denen Sie versinken oder ausgefallene Designerstühle? Wirkt ein Raum harmonisch oder gibt es Stilbrüche? Hat der Raum eine persönliche Note oder ist er steril?

Wir empfehlen Ihnen:
Lassen Sie den Raum kurz auf sich wirken, aber schauen Sie nicht neugierig herum. Fühlen Sie sich wohl oder stört Sie etwas? Führt der Weg zu dem Raum nach oben oder nach unten?

Zwei Beispiele unserer Teilnehmer/innen: Ein TN wird an der Pforte der Firma abgeholt und gebeten, durch ein Treppenhaus in den 4.Stock zu „gehen“, weil (angeblich) an dem Tag der Fahrstuhl gewartet wurde.

Ein weiterer Teilnehmer berichtet, er wurde am Empfang angewiesen, die Treppe in einen Kellerbereich hinunter zu gehen, wo dann der Erstkontakt im Kellerflur bei matter Beleuchtung stattfand. Ob Fitness- oder Kellerangst-Test. Das lehnen wir ab!

Prüfen Sie, ob der Raum zu einer Bewerbungssituation passt und vorbereitet ist. Wird Ihnen während einer möglichen Wartezeit ein Getränk angeboten, gibt es für Sie Informationen zu lesen oder werden Sie „geparkt“ und man erinnert sich, dass ja noch ein Termin ist/war? Benehmen ist nicht Glückssache, sondern Kommunikation. Achten Sie darauf bei Ihren Gesprächspartner/innen und bei sich selbst.

5.) „Störe meine Kreise nicht“ – Sitzordnung, Nähe und Distanz

Kernsatz 5
Nutzen Sie die Wahl Ihres Sitzplatzes und achten Sie auf Nähe und Distanz

Ihnen wird für das Gespräch ein Sitzplatz angeboten. Plätze, die durch Gegenstände belegt sind, (Schreibutensilien auf dem Tisch an dem Platz) sind dann für Sie tabu. Wenn möglich, wählen Sie einen Sitzplatz mit Blick zur Tür, denn viele Bewerber fühlen sich unwohl, wenn Sie eine Tür im Rücken haben. Und denken Sie, wie schon gesagt, an den Blickkontakt. Haben Sie alle Gesprächspartner/innen im Blick, selbst wenn Sie dazu Ihren Stuhl/Sessel ein Stück verrücken müssen.

Nähe und Distanz
Als Bewerber/in gilt für Sie und Ihre Gesprächspartner/innen im Erstkontakt der soziale Distanzbereich.
In Deutschland werden 4 Distanzzonen beachtet:
Öffentliche (Entfernung => 3,60m)
Soziale (Entfernung 1,20m => 3,60m)
persönliche (Entfernung 0,50m => 1,00m)
intime (Entfernung => 0,5m)

Distanzzonen sind kulturell geprägt, in anderen Ländern gelten andere Regeln.

Sie kennen jetzt 5 Kernsätze der nonverbalen Kommunikation. Nutzen Sie Ihr Wissen.
Wir informieren Sie gerne individuell, denn wir kennen die Praxis.
Die Teilnehmer/innen von TOP schätzen das.

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